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Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft

Professur für Musikwissenschaft – Prof. Dr. Kordula Knaus

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Forschung

Notentext Forschung

Die musikwissenschaftliche Forschung an der Universität Bayreuth beschäftigt sich mit kulturwissenschaftlich und interdisziplinär ausgerichteten Fragestellungen der Musikgeschichte des 17. bis 21. Jahrhunderts. Dazu zählen die Verbindungen zwischen Musik und Literatur ebenso wie Aspekte einer musikwissenschaftlichen Genderforschung oder Themen wie Performanz und szenische Realisierung. Ausgeprägte inhaltliche Schwerpunkte liegen in mehreren Bereichen der Operngeschichte (die opera seria und opera buffa des 18. Jahrhunderts, höfische Repräsentation, Richard Wagner, Musiktheater um 1900, Oper und Politik) sowie im Bereich der Sinfonik und Klaviermusik des 19. Jahrhunderts.

Aktuelle Forschungsprojekte

"Die Opera buffa als europäisches Phänomen. Migration, Mapping und Transformation einer neuen Gattung" ​Einklappen

(Forschungsprojekt, gefördert durch die DFG, Oktober 2017 bis September 2020 an der Professur für Musikwissenschaft, Universität Bayreuth, Prof. Dr. Kordula Knaus, Dr. Lena van der Hoven, Dr. Andrea Zedler)

Die Verbreitung der Opera buffa in Europa zwischen 1745 und 1765 systematisch zu untersuchen, ist Ziel des von der DFG geförderten Projekts. Das leitende Erkenntnisinteresse fragt danach, wie und unter welchen Bedingungen sich die italienische komische Oper zu einem europäischen Phänomen entwickelte und somit Aufführungsorte in St. Petersburg genauso fand wie in Wien, London oder Barcelona. Drei Teilbereiche – Migration, Mapping und Transformation – wurden definiert, um zentrale Fragen zu bearbeiten. Grundlage der Analysen ist eine im Projekt erstellte Datenbank, die mit Hilfe von Visualisierungstools Wanderbewegungen abbildet. Im Teilbereich Migration stehen Verbreitungsmechanismen und Migrationsprozesse von Personen (u.a. Mitglieder von Wandertruppen) und Materialien (u.a. Musikalien und Ausstattung) im Vordergrund der Untersuchung. Eine Landkarte der Opera buffa-Aufführungen in Europa wird im Teilbereich Mapping erstellt und damit Kulturräume identifiziert und kartographiert, in denen sich die komische Oper etabliert hat. Diese Kulturräume werden auf ihre jeweiligen Rahmenbedingungen hin untersucht, unter denen sich dort die Opera buffa als aristokratische Unterhaltungsform entfalten konnte. Erkenntnisziel des Bereiches Transformation ist die Identifikation von Veränderungen, denen die Werke sowie die Gattung generell auf ihren Wegen ausgesetzt waren. Aspekte wie Repertoireumbau, Geschmackswandel, Publikum und (politische) Funktion der Oper buffa werden hierbei betrachtet. Das Projekt wird in seiner Ausrichtung einen Beitrag zum Verständnis der europäischen Operngeschichte im 18. Jahrhundert liefern und Einblicke in die sich ändernden kunstästhetischen Bedingungen der beginnenden Aufklärung geben.

"Transforming South African Opera (1994-2019)   ̶ The impact of Democracy on an 'elite artform' Einklappen

(Habilitationsprojekt Dr. Lena van der Hoven)​

Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt analysiert erstmals die unterschiedlichen institutionellen Strukturen und impliziten Intentionen der Opernproduktion im Südafrika der Post-Apartheid. Dabei wird nicht nur die Finanzierung der Opernproduktionen und ihrer Institutionen mit ihrem jeweiligen Publikum in den Blick genommen, sondern auch danach gefragt, inwieweit diese Strukturen Einfluss auf die jeweilige Stoffwahl und ästhetische Umsetzung der Produktionen haben. Im dia- und synchronen Vergleich soll herausgefunden werden, welche impliziten Intentionen (z.B. neue Identitäts-, Gemeinschafts-, oder Gesellschaftsbildung) mit den Opernproduktionen in der jungen Demokratie verbunden werden. Während in Europa wiederholt gefragt wird, ob (Staats-)Opern heute in Demokratien noch von gesellschaftlicher Relevanz und förderungswürdig sind, drängt sich mit ihrer Beliebtheit in der früheren weißen Elite und den Townships in Südafrika eine ganz andere Frage auf: Handelt es sich um einen postkolonialen Transfer eines europäischen Kulturmodells, oder hat hier ein Synkretismus stattgefunden? Und wird in südafrikanischen Opernproduktionen der jungen Demokratie nach dem kulturellen Embargo während der Apartheid versucht „authentische“ Narrative Südafrikas oder transferierte Erwartungen eines Südafrika-Bildes europäischer Prägung darzustellen? Von der Analyse der Opernstrukturen in Südafrika ist zu erwarten, dass sie nicht nur regionale Rückschlüsse auf das jeweilige sozio-politische Potenzial der Oper erlaubt, sondern auch eine neue globale Perspektive auf Opernkrisen ermöglicht. Dieses Forschungsprojekt strebt keine Einverleibung in eine westliche Operngeschichte an, sondern möchte vielmehr einer Vernetzungsgeschichte zur bereits in Europa existierenden Pluralität nachspüren.

Abgeschlossene ForschungsprojekteEinklappen

"Die komischen Opern Baldassare Galuppis. Quellen, Aufführung, Verbreitung"


Verantwortlich für die Redaktion: Univ.Prof.Dr. Kordula Knaus

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