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Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft

Professur für Musikwissenschaft – Dr. Silvia Bier

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Oper trifft Wissenschaft: Eine Einführung in die Opernforschung

Produktion eines digitalen Kurses der Virtuellen Hochschule Bayern (Format OpenVHB) – ein Projekt zur Wissenschaftskommunikation

Projektleitung: Dr. Silvia Bier

Konsortialpartnerinnen: Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann (Hochschule für Musik Nürnberg) und Prof. Dr. Gesa zur Nieden (Musikwissenschaft Universität Augsburg)

Was ist die Oper, und was hat sie mit mir zu tun?

Mit ihrer gut 400-jährigen Geschichte ist die europäische Oper noch immer eine lebendige und in Deutschland umfassend geförderte Kunstform, die sich jedoch mehr denn je in kontroversen Diskussionen um ihre Existenz wiederfindet und zwischen Bewahrungsansprüchen und Erneuerungsbestrebungen verhandelt wird - gesellschaftlich, politisch und künstlerisch. Der stete Wandel gehört dabei zum Wesen der Oper und macht sie zum anpassungsfähigen Spiegel der Gesellschaft, die sie trägt.

Der Kurs versteht sich als ein Format der public musicology und Wissenschaftskommunikation, welches die Kunstform Oper aus wissenschaftlicher Sicht anschaulich und anschlussfähig für eine breite Zielgruppe aufbereiten möchte. Das Ziel ist ein Brückenschlag, der wissenschaftliche Perspektiven auf die Oper als Forschungsgegenstand in den breit geführten öffentlichen Diskurs jener Menschen einbringt, die sich aus unterschiedlichen Beweggründen mit der Oper auseinandersetzen: als Publikum und als Kunstschaffende.

Der Kurs verfolgt den Anspruch, nicht nur das Wissen über Oper als kulturelle Praxis, ihre Geschichte und gesellschaftliche Rolle zu vertiefen, sondern auch einen nachvollziehbaren Einblick zu vermitteln, wie man mit dem ästhetischen Gegenstand Oper forschend umgehen kann. 

Welche Fragen haben Relevanz, wie können Antworten gefunden werden und wie können diese den Blick auf und die Bedeutung von Oper für die Gesellschaft verändern?

Oper wird in diesem Kurs explizit als Gegenstand kulturwissenschaftlicher Forschung betrachtet: Produktions- und Rezeptionskontexte sowie die spezifischen Herausforderungen der Erforschung einer performativen Kunstform stehen im Fokus. Philologische Fragestellungen rücken demgegenüber in den Hintergrund, historische Aspekte werden dort einbezogen, wo sie für den jeweiligen Themenschwerpunkt sinnvoll sind und beispielsweise Entwicklungslinien nachvollziehbar machen.

Ausgangspunkt der einzelnen Sessions sind jeweils anschlussfähige Fragen, die sich viele Opern-Interessierte schon gestellt haben (z.B. „Ist die Oper noch zeitgemäß?“) oder Aspekte, die typischerweise in der Berichterstattung und Kritik immer wieder thematisiert werden (z.B. die anhaltende Diskussion um Regietheater und werktreue Inszenierungen). Daneben behandeln einzelne Sessions grundlegende theoretische Aspekte der Opernforschung wie das Konzept der Performativität oder Liveness.

Die Präsentation der Inhalte wird  wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechen und dabei die notwendige Stringenz und Kompaktheit sowie informative Unterhaltsamkeit aufweisen, die für ein Format der public musicology angemessen ist. Dazu gehört auch das Aufzeigen von Kontroversen, die nicht aufgelöst werden oder Fragen, die keine eindeutige Antwort erlauben und Erkenntnis als fortlaufenden Prozess offenbaren – was zum Wesen wissenschaftlicher Auseinandersetzung gehört.  

Der Kurs entsteht im Verlauf des Jahres 2026 unter Mitarbeit verschiedener Spezialist*innen als Gastdozierende und wird Anfang 2027 online und kostenfrei zugänglich sein.


Verantwortlich für die Redaktion: Gina Marie Ehrhardt

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