Zum Menü Informationen für Zum Menü Informationen über Zum Inhalt der der Seite


OPERA - Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen

Projektleiter: Prof. Dr. Thomas Betzwieser

Projektstart: März 2009 Projektende: Dezember 2023

Projektmitarbeiter: Externe Partner:


Projektbeschreibung: Das international ausgerichtete, auf 15 Jahre angelegte und von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz finanzierte Projekt 'OPERA - Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen' widmet sich der kritischen Edition herausragender Werke des europäischen Musiktheaters in seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Herausgegeben werden insgesamt 21 Kompositionen französischer, italienischer, deutscher, skandinavischer und slawischer Provenienz, wobei gezielt auch Gattungen einbezogen werden, die in bisherigen editorischen Unternehmungen kaum oder überhaupt nicht beachtet wurden und jeweils eigene editorische Problematiken mit sich bringen, wie beispielsweise Ballett, Schauspielmusik, Melodram oder Operette.

Erstmals werden auch die Libretti mit in die kritische Ausgabe integriert. Neuartig ist nicht nur die Orientierung an editorischen Problemstellungen, sondern auch die Präsentationsform in sogenannten Hybrid-Ausgaben, bei welchen die Partituren in traditioneller Buchform erscheinen, die Libretti und kritischen Berichte hingegen auf einer elektronischen Plattform erstellt und präsentiert werden. Damit hebt sich das Vorhaben markant von der bisherigen Editionspraxis musikalischer Bühnenwerke ab. Auf diese Weise sind zum einen die editorischen Entscheidungen aufgrund der Zugriffsmöglichkeit auf die zugrunde liegenden Quellen unmittelbar nachvollziehbar und somit in jeder Hinsicht transparent; zum anderen ist es für den Benutzer möglich, verschiedene Fassungen des Operntextes zu generieren, was nicht nur für die musikalische Bühnenpraxis völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Hinsichtlich der Implementierung digitaler Präsentationsformen kooperiert das Projekt OPERA eng mit dem an der Universität Paderborn angesiedelten Projekt Edirom (DFG), welches seit 2004 digitale Editionsformen für Musik entwickelt.

Die Werke sind in Modulgruppen zusammengefasst, welche die jeweils spezifischen Editionsproblemata widerspiegeln:

 

Modul 1: Eigentext und Fremdtext

Antonio Salieri: 'Prima la musica e poi le parole' (1786)

Thomas Arne: 'Love in a Village' (1762)

Adolphe Benoît Blaise u.a.: 'Annette et Lubin' (1762)

 

Modul 2: Transfer und Transformation

Luigi Cherubini: 'Médée'/' Medea' (1797/ 1854)

Louis Spohr: 'Faust' (1816/1852)

Otto Nicolai: 'Il proscritto'/'Der Verbannte' (1841/1844)

Bedřich Smetana: 'Prodaná nevĕsta'/'Die verkaufte Braut' (1866/1869)

 

Modul 3: Aufführungspraxis und Interpretation

Agostino Steffani: 'Henrico Leone' (1689)

Domenico Cimarosa: 'Gli Orazi ed i Curiazi' (1796)

Ferdinando Paër: 'Leonora ossia L’amor conjugale' (1804)

Carl Zeller: 'Der Vogelhändler' (1891)

 

Modul 4: Work in progress

Joseph Martin Kraus: 'Æneas i Carthago' (1781-1792/1799 posthum)

Gaspare Spontini: 'Fernand Cortez' (1809/1817)

Michail Glinka: 'Žizn’ za carja'/'Iwan Sussanin' (1834-1837)

 

Modul 5: Sprechen und Singen

Georg Anton Benda: 'Medea' (1775)

Johann Gottlob Neefe: 'Amors Guckkasten' (1772)

Engelbert Huperdinck: 'Königskinder' (1897/1910)

 

Modul 6: Medialisierungskontexte

Peter von Lindpaintner: 'Entre Acts und Gesänge zu Goethes Faust' (1832)

Adolphe Adam: 'Giselle' (1841)

Eric Satie: 'Relâche/Cinéma: Entr'acte symphonique de Relâche' (1924)

Bernd Alois Zimmermann: 'Musique pour les soupers du Roi Ubu' (1962-1966)




Professur für Musikwissenschaft Prof. Dr. Thomas Betzwieser · Impressum